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NachDenkSeiten – Die kritische Website
Titel: Erst mit Sanktionen ausgehungert, dann wird beklagt, dass die Betroffenen hungern. Ein mieses Spiel des Werte-Westens.
Datum: 14. Juli 2021 um 14:33 Uhr
Rubrik: Audio-Podcast, Länderberichte, Strategien der Meinungsmache
Verantwortlich: Albrecht Müller
Immer wieder das gleiche Spiel. Jetzt mit den Kubanern. Wie vorher mit den Syrern. Und mit den Russen. Das Spiel mit den Syrern war von vornherein klar. Der Westen wollte das Regime weghaben und setzte auf Aushungern, auf wirtschaftliche Destabilisierung. Sanktionen und Verlockungen für Fachkräfte, das Land zu verlassen und bei uns aufgenommen zu werden. Und hinterher, zuletzt im Zusammenhang mit der Versorgung Idlibs, Krokodilstränen über das Leid der Hungernden in den Lagern. Jetzt ist Kuba wieder dran. Informationen dazu siehe im Anhang I. Die Sanktionen und Exportverbote laufen schon lange. Jetzt kommen Demonstrationen auf Kuba hinzu. Diese sind mithilfe von Exilkubanern in Florida und sonstwo in den USA leicht zu organisieren. Und es gibt ja auch tatsächliche Not in Kuba. Das ist ja das Teuflische in diesem strategischen Spiel zur Vorbereitung von Regierungswechseln. Es gibt gute Gründe für Unzufriedenheit mit den Regierenden. Albrecht Müller.
Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.
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Dazu noch einige Gedanken und Erinnerungen, soweit relevant für die Gegenwart:
Die meisten Unterstützungen dieser Art sind weggebrochen. Das liegt nicht vor allem an den Kubanern und den Veränderungen dort. Es liegt an den Veränderungen, die hier in Europa stattgefunden haben. Kurz gefasst und grob, aber richtig formuliert: Es gibt keine linken sozialdemokratischen Parteien mehr. Vielleicht hat sich die Linkspartei etwas engagiert. Aber das ist keine anerkannte, spürbare Unterstützung für den anderen Weg der Linken in Kuba und im gesamten Lateinamerika.
Anhang 1:
Einige Links auf neue Berichte zu den Vorgängen in Kuba:
ORF:
FESTNAHMEN, VERMISSTE, EIN TOTER
Hartes Vorgehen gegen Proteste in Kuba
Den für Kuba außergewöhnlichen Protesten begegnet das kommunistische Regime mit Härte. Am Sonntag waren in mehreren Städten Tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die politische Führung, die Wirtschaftskrise im Land verbunden mit Strom- und Lebensmittelknappheit zu demonstrieren. Nun wurde bekannt, dass ein Demonstrant starb. Über 140 Menschen wurden laut Amnesty willkürlich festgenommen. Einige gelten als vermisst.
…
orf.at/stories/3220966/
Spiegel:
Massenproteste in Kuba
»Die Menschen haben die Angst verloren«
Ein Protestzug in einer Kleinstadt hat in Kuba die größten Demonstrationen der vergangenen Jahre ausgelöst. Die Regierung reagiert mit Repression. …
spiegel.de/ausland/massenproteste-in-kuba-die-menschen-haben-die-angst-verloren-a-f0c6ff95-937c-4128-9c61-55a25af4cf35
Tagesschau:
Kuba
Zahlreiche Festnahmen nach Protesten
Stand: 13.07.2021 08:30 Uhr
Wegen der Proteste in Kuba hat es laut Amnesty International mindestens 115 Festnahmen gegeben. Während US-Präsident Biden Unterstützung für die Demonstranten bekundet, macht Kuba die USA für den Unmut der Menschen verantwortlich.
Im Zusammenhang mit den Protesten gegen die Regierung in Kuba sind nach Angaben von Amnesty International mindestens 115 Menschen willkürlich festgenommen worden. Darunter waren prominente Dissidenten und auch Journalisten, wie die Amerika-Direktorin der Menschenrechtsorganisation, Erika Guevara-Rosas, auf Twitter schrieb.
Die unabhängige Künstlerbewegung “San Isidro” veröffentlichte eine Liste mit Dutzenden Namen von Personen, die in den vergangenen Tagen verhaftet oder als vermisst gemeldet wurden. Berichten zufolge herrschte eine hohe Präsenz der Sicherheitskräfte.
Kubanische Regierung geht hart gegen Massendemonstrationen vor
tagesschau 12:00 Uhr, 13.7.2021
Regierungskritische Portale berichten, dass auch am Montag zahlreiche Menschen auf die Straße gegangen waren, um zu demonstrieren. Videos sollen diese neuen, kleinere Proteste zeigen. Da der Internetzugang in Kuba eingeschränkt wurde, drangen aber wenige Informationen nach außen.
Tagesschau
12.07.2021
Mangelwirtschaft und Unterdrückung Landesweite Proteste in Kuba
Der kommunistische Inselstaat steckt in der Krise.
Kuba macht US-Regierung verantwortlich
Die kommunistische Regierung in Kuba machte die USA für den Unmut in der Bevölkerung verantwortlich. In einer TV- und Radioansprache beschuldigte der kubanische Staatschef Miguel Díaz-Canel die Regierung in Washington, eine “Politik zur Erstickung der Wirtschaft” in Kuba zu verfolgen, um soziale Unruhen im Land zu provozieren.
NTV
n-tv.de/politik/Youtuberin-bei-Live-Sendung-festgenommen-article22680414.html
MITTWOCH, 14. JULI 2021
Nach Protesten in Kuba
Youtuberin bei Live-Sendung festgenommen
…
Am Sonntag hatten Tausende Kubaner in zahlreichen Städten gegen Mangelwirtschaft und Unterdrückung durch die autoritäre Regierung demonstriert. In der Nacht zum Dienstag (Ortszeit) wurde in sozialen Medien vereinzelt über Tote und Verschwundene berichtet. Es kursieren Videos, die neue, kleinere Proteste zeigen sollen. Die Informationen ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. …
Auslöser der Proteste war unter anderem der Mangel an Medikamenten und Lebensmitteln. Unter dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump hatten die USA ihre Sanktionen gegen Kuba verschärft. Während der Pandemie fehlen nun auch die wichtigen Einnahmen aus dem Tourismus. Zuletzt stiegen zudem die Zahlen der Corona-Infektionen deutlich. …
Anlage II.
Ergänzungen zu Syrien:
Mail von Bernd Duschner vom 14.7.2021 zu Syrien
Die Sanktionen gegen Syrien waren von Anfang an zentraler Baustein in einem umfassenden Konzept des sogenannten Regimewechsels. Die Sanktionen zielen auf die Lähmung der Wirtschaft, die Schaffung von Massenarbeitslosigkeit, Versorgungsengpässen und gingen Hand in Hand mit dem Eindringen von “Rebellen” und Spezialeinheiten der USA/GB/FR, die Terroranschläge gegen wichtige Versorgungseinrichtungen des Landes verübten. Gleichzeitig wurde das Land und sein Militär durch die Drohung mit dem direkten Eingreifen unter enormen auch wirtschaftlichen Druck gesetzt.
Die Sanktionen beinhalten u.a.:
Die Auswirkungen auf die Bevölkerung und die Zielsetzung der Sanktionen macht beigefügter Artikel von Heiko Wimmer deutlich.
Waffenlieferungen und Ausbildung von “Aufständischen”
FLÜCHTINGSWELLE 2015
2014/1.Hälfte 2015 ist der Islamische Staat auf dem Vormarsch, Idlib und Palmyra fallen. Die syrische Regierung braucht dringend zusätzliche Soldaten. In dieser Situation schafft die Merkel-Regierung Anreize und Möglichkeiten für die syrische Mittelschicht, das Land Richtung Deutschland zu verlassen. Dabei verspricht man sich zusätzlich gut ausgebildete und kostengünstige Arbeitskräfte:
Für syrische Flüchtlinge wird das Dublinverfahren außer Kraft gesetzt, Anerkennung als Flüchtlinge (Anspruch auf Integrationskurs, Anspruch auf Familiennachzug) ohne Anhörung
Nachdenkseiten, 3.9.2015: Über die eigenartige Sonderbehandlung der syrischen Flüchtlinge.
Über die eigenartige Sonderbehandlung der syrischen Flüchtlinge und die infame Absicht der Sanktionen: Aushungern.
Titelbild: emkaplin / Shutterstock
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